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Es grünt das Hostingangebot
Posted by dmschmidt in Unsortiertes on June 29th, 2008
Vor ein paar Tagen verkündete mein aktueller Hoster, dass meine Website nun klimaneutral gehostet werde.
Zumindest zu Energiekosten hatte ich mir schon mal vor ein paar Jahren Gedanken gemacht und als Folge meinen heimischen Server abgeschafft. Nachdem ich mir den Stromverbrauch meines Servers mal angeschaut hatte, erbrachte eine schnelle Hochrechnung, ca. 1 Euro Stromkosten am Tag und damit über 350 Euro im Jahr. Definitiv zu viel, um die privaten Mails und ein paar Dateien online zu halten. Also der Wechsel zu einem vernünftigen Hostingangebot mit Kosten von unter 50 Euro im Jahr für meine Minimalanforderungen. Natürlich profitiere ich hier davon, dass ich mir mit vielen Hardware und Energiekosten teile.
Klimaneutral aber hat natürlich erstmal nichts mit den Kosten zu tun, obwohl das sicher einen Großteil der der Motivation einer solchen Umstellung für einen Anbieter ist. Green-IT ist das Schlagwort, unter dem die Marketing-Abteilungen nun Energieeffizienz in Rechenzentren bewerben. Ein modernes Rechenzentrum kann problemlos 30% weniger Energiebedarf haben wie ein traditionelles – dass die Produktpreise entsprechend nach unten korrigiert bleibt sicher Wunschdenken.
Aber wie wird meine Website nun klimaneutral? Es wird nur noch Strom aus erneuerbaren Energien bezogen und damit der jährliche CO2-Ausstoß um etwas mehr als 9.300 Tonnen reduziert – zumindest in dem Fall meines Hosters. Der Strom für das Rechenzentrum wird in Norwegen produziert und dann ins europäische Netz eingespeist.
Eine Frage, der man in diesem Zusammenhang vielleicht mal nachgehen sollte ist, wie stark die Schwankungen im Energieverbrauch eines solchen Rechenzentrums sind. Damit landet man unweigerlich in der aktuellen Diskussion um die Beimischung von Atomstrom zu Ökostrom und der Frage, wie ernst es die Energielieferanten mit der Reinheit ihres Angebots nehmen. Öko-Zertifizierungen haben viele, viel wichtiger ist wohl wie das tägliche Geschäft läuft.
Der Gedanke eines klima-freundlichen Computerns ist bestimmt noch nicht komplett durch unsere Gesellschaft gedrungen. Dafür haben wir alle viel zu viele große und kleine elektronische Helferlein, denen wir viel zu selten den Saft abdrehn. Und selbst wenn man dann mal den Ausschalter betätigt wechseln die Geräte doch nur in den Standby-Modus und verbrauchen oft noch überraschend viel Strom. Dem will die EU nun entgegenwirken und die maximale Energie-Aufnahme regulieren. Vorerst werde ich einfach mal wieder regelmäßig den Stecker ziehen …und damit auch ein bisschen sparen.